Caritas-Woche Kinder sollen kein Armutsrisiko sein
Daten des Bundesamtes für Statistik zeigen: Paare mit Kindern unter drei Jahren sind häufiger von Armut betroffen oder bedroht als Paare ohne Kinder. Besonders betroffen sind Alleinerziehende: Hier lebt jedes vierte Elternteil in Armut. Die finanzielle Belastung von Familien steigt, je jünger die Kinder sind. Kantonale Steuerdaten verdeutlichen die prekäre Lage noch mehr.
Das Familienbarometer 2024 von Pro Familia zeigt zudem: Bei vier von zehn Familien beeinflussen Kosten den Entscheid, keine weiteren Kinder zu bekommen.
Dass Haushalte mit Kindern besonders oft knapp oberhalb der Armutsgrenze leben oder – im Falle von Alleinerziehenden – direkt von Armut betroffen sind, ist kein Zufall. Kinder verursachen zusätzliche Kosten: Eine Familie benötigt eine grössere Wohnung, zahlt höhere Krankenkassenprämien und hat mehr Ausgaben für Lebensmittel und Kleidung. Gleichzeitig tragen Kinder kein Einkommen bei.
Neben den direkten Ausgaben verursachen Kinder auch indirekte Kosten. Häufig reduziert mindestens ein Elternteil die Erwerbstätigkeit, besonders in den ersten Lebensjahren der Kinder. Alleinerziehende stehen hier vor noch grösseren Herausforderungen, da sie oft nur in Teilzeit arbeiten können oder viel für die Kinderbetreuung ausgeben müssen – beides verschärft die finanzielle Situation.
Mehr Investitionen nötig
Darüber hinaus investiert die Schweiz weniger in Familien als viele andere europäische Länder. So sind die Kosten für familienergänzende Kinderbetreuungsplätze beispielsweise nach wie vor sehr hoch und müssen meist privat getragen werden und der Ausbau finanziell tragbarer Betreuungsplätze geht nur langsam voran. In Kita-Plätze zu investieren bedeutet auch nicht nur in Betreuung, sondern auch in die Bildung und Chancengerechtigkeit für die Kinder zu investieren.
Auswirkungen der Familienarmut
Die prekäre finanzielle Lage von Familien geht die gesamte Gesellschaft etwas an. Kinder, die in Armut aufwachsen, haben schlechtere Bildungs- und Zukunftschancen, ein höheres Risiko für gesundheitliche Probleme, weniger Freizeitmöglichkeiten und leben oft in beengten Wohnverhältnissen.
Armutsbetroffene Eltern müssen oft notwendige medizinische Behandlungen aufgrund finanzieller Engpässe aufschieben. Dies kann schwerwiegende Krankheiten nach sich ziehen, die die Lebensqualität und Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen. Armut ist nicht nur ein ökonomisches Problem, sondern wirkt sich direkt auf die Gesundheit und das soziale Leben aus.
Was können wir tun?
Der wirksamste Weg, um Armut zu verhindern, ist die Prävention. Es gilt sicherzustellen, dass Familien erst gar nicht in Armut geraten, dafür braucht es mehr Investitionen in der Familienpolitik. Familien, die bereits in Armut leben, benötigen darüber hinaus weiterführende Hilfe, um menschenwürdig zu leben und ihre Situation langfristig zu verbessern.
Caritas setzt sich zudem schon seit Langem für Familienergänzungsleistungen ein – ein Instrument, das sich in verschiedenen Kantonen bewährt hat, Familien vor dem Abrutschen in die Sozialhilfe schützt und sie nachhaltig finanziell stärkt.
Im Zeichen der Familien
«Kinder sollen kein Armutsrisiko sein», diesem Thema ist in diesem Jahr auch die Caritas-Woche gewidmet. An den beiden Wochenenden in der Caritaswoche sind Mitarbeitende der Caritas in insgesamt 14 Pfarreien im Kanton unterwegs, um in den Gottesdiensten über das Thema zu informieren. Die an diesen Tagen gesammelten Kollektenbeiträge helfen der Caritas, Familien in schwierigen Zeiten zu begleiten.
Mehr Informationen zum Thema armutsbetroffene Familien
Download: Liturgie Caritas Woche Zürich
Download: Familienarmut - Hintergrund Caritas-Woche
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